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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Am 5.5. 2002 machen Arminia Bielefeld und Ingolf Lück auf derselben Seite Eins des Westfalen-Blatts Schlagzeilen: Die Arminia hatte vor 26.601 Zuschauern durch ein 3:1 über LR Ahlen den sechsten Bundesliga-Aufstieg perfekt gemacht. Bereits zwei Tage zuvor hatten die Produktionsfirma Brainpool und SAT.1 das Aus für einen Erstligisten des Privatfernsehens beschlossen: Am 17. Mai sollte nach sechs Jahren On Air die letzte „Wochenshow“ in den Studios der Kölner Schanzenstraße aufgezeichnet werden. Kaum zwei Monate später zählt der fußballbegeisterte Ingolf in Bielefeld einen Weltrekord für das GUINNESS-Buch ein: er mischt sich unter 1400 Arminen-Fans, die als "größter Studio-Chor der Welt" die neue Vereinshymne von Arminia Bielefeld einsingen: "Alles ist nur ein Spiel, doch mit Arminia Bielefeld das größte Spiel der Welt." Die Hymne wirkt – Ingolf jubelt auf der "Alm" mit, als sich die Arminia am 11. August 2002 im ersten Spiel der Saison mit einem 3:0 gegen Werder Bremen an die Spitze der Liga kickt.

Am 26. Dezember moderiert Ingolf zum zweiten Mal den Klassiker des Deutschen Farbfernsehens: die Jubiläumsshow "40 Jahre Stars in der Manege" in der ARD. Diesmal mit Comedy- und Theaterkollegin Esther Schweins, die das Zirkuspublikum im Vorjahr mit atemberaubender Zeitlupenakrobatik fasziniert hatte.

Schon während der letzten beiden „Wochenshow“-Jahre hatte Ingolf begonnen, neue Wege zu beschreiten. Ab dem 2. Februar 2001 strahlte SAT.1, Ingolfs in 2000 produzierte neunteilige 25-Minuten-Sitcom, "Der Doc – Schönheit ist machbar" aus. Ebenfalls in 2001 hatte Ingolf mit KirchMedia Entertainment und dem Comedian Bernhard Hoecker das Format "C.O.P.S. - Die Comedy-Pannenshow" (SAT.1, 4 Folgen) und "C.O.P.S. - Best of TV" (SAT.1, 12 Folgen) auf den Weg gebracht.

Überrascht hatte Ingolf die deutsche Fernsehlandschaft außerdem schon am 8. Juni 2000, da hatte er in dem TV-Movie "Thrill" wieder einen dramatischen Part übernommen: Als er die Rolle angeboten bekam sagte er: "Ich dachte, die wollen mich als komische Nummer. Dann traf mich der Schlag, beim Lesen des Drehbuchs. Keine Komödie, ein Krimi! Und das, obwohl man in Deutschland auf Rollen festgelegt ist." Für Ingolf war "Thrill" eine Premiere in Sachen Vielseitigkeit: die hatte er bisher immer in verschiedenen Sparten ausgelebt: spielte er Sketche im Fernsehen spielte er oft parallel dramatische Parts – aber immer auf der Bühne. Jetzt war er im selben Medium, dem Fernsehen, an einem Tag als dramatischer Schauspieler zu sehen gewesen – und zwei Tage später in der "Wochenshow" als "komische Nummer". Damit gelang ihm dasselbe wie dem Kollegen Stefan Jürgens – der Ex-Samstag-Nacht-Comedian spielte in "Thrill" Ingolfs Gegenpart.

In 2003 liegt Ingolfs Schwerpunkt wieder einmal beim Theater – in der Solocomedy "Caveman“ und als Regisseur des kanadischen Kult-Stücks "Traumfrau Mutter“. Aber Ingolf wäre nicht Ingolf, würde er nicht jede Woche auf Pro Sieben als Star der Sitcom "Das Büro" zu sehen sein und "nebenbei" Galas wie "Der RTL Comedy Cup" oder "Die 100 nervigsten Deutschen" (PRO7) moderieren.

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